Stammbaum mit Stolperfallen

Topaktuell im Dschungel der Kennzeichnungspflichten ist die Herkunftsbezeichnung für verpacktes Fleisch. Sie tritt ab 1. April 2015 in Kraft. Ein Scherz ist sie dennoch nicht – aber auch nicht ganz so kompliziert, wie manche befürchten.

Dr. Amire Mahmood vom Gesundheitsministerium und DI Wolfgang Wernert  Chef des Fleischtechnologiezentrums Hollabrunn. © Sturm[14265956531827.jpg]
Dr. Amire Mahmood vom Gesundheitsministerium und DI Wolfgang Wernert, Chef des Fleischtechnologiezentrums Hollabrunn. © Sturm
Am Fleischtechnologietag im FTZ Hollabrunn gab Dr. Amire Mahmood vom Bundesministerium für Gesundheit einen Überblick über die wichtigsten Bestimmungen zur Herkunftskennzeichnung von unterschiedlichen Fleischsorten. Mit dieser Regelung treten Schweine, Schafe, Ziegen und Hausgeflügel in die Fußstapfen der Rinder, für die der Nachweis des Herkunftslandes bereits seit der BSE-Krise verpflichtend ist. Die Verordnung gilt für frisches, gekühltes und gefrorenes Fleisch, allerdings nur in verpacktem Zustand. Verpflichtend sind diese Angaben ab 1. April 2015 für Waren, die an Endverbraucher oder Anbieter von Gemeinschaftsverpflegung abgegeben werden. Für Fleisch, das bereits vor diesem Datum in Verkehr gebracht worden ist, gibt es eine Übergangsfrist.

Kennzeichnung

Maßgeblich sind hier die Staaten, in denen Aufzucht und Schlachtung stattgefunden haben. Die Angabe des Geburtslandes muss, anders als beim Rindfleisch, nicht angeführt werden. Die Angaben sind in dieser folgenden Form zu dokumentieren:
Aufgezogen in: [Name des Mittelstaates oder Drittlandes]
Geschlachtet in: [Name des Mittelstaates oder Drittlandes]
Bei Tieren, die mehrere Stationen durchlaufen, ist neben der Aufzählung der beteiligten Staaten auch die Angabe „Aufgezogen in mehreren Mitgliedsstaaten der EU“ oder „Aufgezogen in mehreren nicht-EU-Staaten“ möglich. Dazu kommt eine Partienummer, vergeben von dem Betrieb, in dem das Tier zerteilt, zerlegt und verpackt wird. Diese Nummer wird für maximal eine Tagesproduktion vergeben, wobei sicherzustellen ist, dass für alle verarbeiteten Tiere die gleichen Etikettierungsangaben gelten.

Die Angabe „Ursprung“

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