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Wirtschaft

Haushaltsausgaben: Nur rund 12 Prozent für Lebensmittel

Ein Artikel von Redaktion | 01.04.2026 - 10:18

„Das Leben ist teurer geworden, keine Frage. Aber die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion sind nicht die ausschlaggebenden Faktoren dafür, sondern beispielsweise die steigenden Energie- und Wohnkosten“, erklärt Hannes Royer, Gründer von Land schafft Leben. „Wir sind in der glücklichen Situation, dass Lebensmittel für die meisten Menschen in Österreich leistbar sind. Im Verhältnis zu unseren Gesamtausgaben ist es nur ein geringer Teil, den wir für unsere Lebensmitteleinkäufe aufwenden. Das scheinen wir in Debatten rund um hohe Lebensmittelpreise zu vergessen. Obendrein schmeißen wir übers Jahr verteilt durchschnittlich Lebensmittel im Wert von zwei Monatseinkäufen weg.“

Vergleichsweise geringer Ausgabenanteil für Lebensmittel

Den größten Teil der Verbrauchsausgaben gibt ein durchschnittlicher Haushalt in Österreich für Wohnen und Energie (26,4 Prozent), Verkehr (13,6 Prozent), Ernährung und alkoholfreie Getränke (11,6 Prozent) und Freizeit, Sport und Kultur (11,4 Prozent) aus. Dass der Anteil, den österreichische Haushalte für Lebensmitteleinkäufe ausgeben, verhältnismäßig gering ist, zeigt auch eine Eurostat-Erhebung: Österreich lag 2022 in Europa auf Platz vier der Länder mit den geringsten Anteilen von Lebensmitteleinkäufen an den Gesamtausgaben.

Ernährung als unterschätzter Faktor der Gesundheitsvorsorge

„Wir konsumieren jährlich etwa eineinhalb Tonnen Lebensmittel und Getränke pro Kopf. Umso wichtiger ist es, sich Gedanken darüber zu machen, was wir zu uns nehmen“erklärt Land-schafft-Leben-Gründerin Maria Fanninger. Was auf den Teller kommt, beeinflusst das körperliche und psychische Wohlbefinden sowie die persönliche Leistungsfähigkeit mit. 

„Welche wichtige Rolle die Ernährung beim Thema Gesundheitsvorsorge spielt, unterschätzen wir im Alltag oft“, betont Fanninger. „In Europa ist Österreich mit an der Spitze jener Länder mit den höchsten Gesundheitsausgaben pro Kopf. Jedoch liegen wir bei der Anzahl an gesunden Lebensjahren im unteren Drittel.“ Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Österreich ist übergewichtig oder sogar fettleibig – und ist einem höheren Risiko für Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Typ-2-Diabetes ausgesetzt. „Eine ausgewogene Vielfalt an Lebensmitteln bildet eine wichtige Basis für ein gutes Leben. Die eigene Ernährung zu vernachlässigen, lohnt sich nicht, sondern kommt uns im schlimmsten Fall teuer zu stehen“, so Maria Fanninger.

Bewusst ins Regal greifen

Was auf unseren Tellern landet, ist keine Nebensache. Es beeinflusst unsere Gesundheit und entscheidet auch darüber, wie Lebensmittel in Zukunft produziert werden, sowie über die Existenz der heimischen Lebensmittelversorgung. Hannes Royer: „Ins Supermarktregal wird morgen nur das nachgeschlichtet, was heute gekauft wird. Es lohnt sich, beim nächsten Einkauf einmal kurz innezuhalten und sich zu fragen: Wofür will ich mein Geld ausgeben? Woher kommt das Lebensmittel? Was steckt drin? Brauche ich das wirklich? Was möchte ich mit meinem Kauf unterstützen? So treffen wir keine kleine Alltagsentscheidung, sondern eine mit Wirkung.“ Mehr Orientierung zum bewussten Lebensmittelkonsum bietet Land schafft Leben im Factsheet „Lebensmittelkonsum in Österreich“.